Beratungsstelle für politisch Traumatisierte der DDR-Diktatur

Träger: Psychosoziale Initiative Moabit e.V. Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband
 

Literaturauswahl

Aus dem umfangreichen Literaturangebot zum Themenbereich der sozialistischen Diktaturen beschränkt sich die hier vorliegende Auswahl - entsprechend des Arbeitsschwerpunktes der Beratungsstelle Gegenwind - auf das Gebiet der "Traumatisierung in Folge von politischer Repression".

Veröffentlichungen aus der Arbeit von Gegenwind

Weitere Literatur zum Thema

Presseberichte über die Beratungsstelle Gegenwind

 

Veröffentlichungen aus der Arbeit von Gegenwind:

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Weitere Literatur zum Thema:

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Presseberichte über die Beratungsstelle Gegenwind:

(Auszüge aus folgenden Zeitungen und Zeitschriften)

Süddeutsche Zeitung 28.08.1998
Die Welt 08.10.1998
Berliner Zeitung 20.10.1998
Tagesspiegel 26.10.1998
Frankfurter Rundschau 03.02.1999
Der Spiegel 21.06.1999

 

Stacheldraht
Angriff auf die inneren Bilder
Nr. 9/2004
Interview mit Stefan Trobisch-Lütge (PDF-Datei)

 

Psychologie heute
Seelenmord
November 2006, Jahrgang 33, Heft 11
Stasiopfer: Trauma und Therapie (PDF-Datei)

 

 

Süddeutsche Zeitung
Traumatisiert von der Stasi
Seit dem Mauerfall brauchen viele DDR-Bürger psychologische Hilfe

28.08.1998

"Es gibt einen ungeheueren Bedarf an Koordination und an Professionalisierung der Hilfe". sagt der Pressesprecher der Gauck-Behörde, Johann Legner. Seit frei zugänglich ist, was der Geheimdienst über die Bürger der DDR zusammengetragen hat, können die vor allem ehrenamtlich arbeitenden Vereine, Verbände und Initiativen den Anfragen und Bitten von Stasi-Opfern um psychologische Hilfe nicht mehr angemessen nachkommen. Anfang Juli eröffnete die bundesweit erste "Beratungsstelle für politisch traumatisierte der DDR-Diktatur".
Sie nennt sich Gegenwind und sitzt im künftigen Regierungsbezirk Berlins, im Arbeiterquartier Moabit. Die Psychologen Reinhild Hölter und Stefan Trobisch bieten Hilfe können in entschädigungsrechtlichen Fragen helfen, sie leiten Selbsthilfegruppen an und leisten psychotherapeutische Behandlungen. Viele, die in der DDR dem Regime mißliebig auffielen, gefangen genommen und nach der Haft in den Westen abgeschoben wurden, entwickelten erst seit dem Fall der Mauer und der Einsicht in ihre Stasi-Akte Symptome einer "posttraumatischen Belastungsstörung" wie Depressionen oder Angstzustände. (...)

 

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Die Welt
Bis heute traumatisierte, mißtrauische Persönlichkeiten
Über die anhaltenden Folgen der "Folter light", Marke DDR - Ein Psychologe erzählt von seinen Jahren im Berliner Stasi-Knast

08.10.1998

(...) Gewisse Erfolge erzielt seit 1995 die Beratungsstelle für politisch Traumatisierte der DDR-Diktatur, "Gegenwind", in der Bredowstraße in Moabit. Getragen vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband leisten hier zwei Psychologen "Erste Hilfe" und vermitteln Kontakte zu Therapie- und Selbsthilfegruppen; auch Beratung in rechtlichen und sozialen Fragen wird hier geboten. So wachsen die Wunden allmählich zu. (...)
 

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Berliner Zeitung
Hunderte von DDR-Opfern suchen Hilfe

20.10.1998

(...) Im Juli gründeten die beiden Diplompsychologen Reinhild Hölter und Stefan Trobisch die nach eigenen Angaben bundesweit einmalige Beratungsstelle "Gegenwind" für "politisch Traumatisierte der DDR-Diktatur" in Berlin. Mehrere 100 Anfragen seien von ihnen in den vergangenen Monaten beantwortet worden, sagte Hölter. Etwa 50 Betroffene suchen regelmäßig Kontakt zu den beiden Psychologen.
(...) Den Opfern von Verfolgung, Inhaftierung, Unterdrückung und psychischer Zersetzung soll dabei der Einstieg in die Beratung so leicht wie möglich gemacht werden: "Gegenwind" liegt im Westteil Berlins, und die beiden Psychologen sind ebenfalls "aus dem Westen", eine mögliche Nähe zum SED-Staat soll von vornherein ausgeschlossen werden. (...)

 

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Der Tagesspiegel
Wenn die DDR die Nerven zerstört hat
Zwei Psychologen beraten Menschen, die noch heute an Haftfolgen und Stasi-Terror leiden

26.10.1998

Berlin. Das Büro liegt neben einer Wohnung. Weiße Wände, ein paar bunte Sessel wie aus dem Jünger-Wohnen-Katalog, helle Holztische, Computer auf den Schreibtischen: So sieht eine preiswert eingerichtete Rechtsanwaltskanzlei aus. Eine Couch zum Hinlegen steht nicht im "Gegenwind"-Büro. Dabei weisen Reinhild Hölter und ihr Kollege Stefan Trobisch ausdrücklich darauf hin, dass sie als Psychoanalytiker an die Leute herangehen, die ihre Hilfe brauchen: Opfer der DDR-Diktatur. (...) Was die beiden Psychoanalytiker hier hören, muss oft auf sie wirken wie die realsozialistische Variante einer Kafka- oder Fallada-Erzählung. Welche Folgen der DDR-Terror für Gefangene noch heute hat, können beide in einer Serie spröder psychologischer Begriffe ausdrücken: Depressionen, Schlafprobleme, Angstzustände.
(...) Reinhild Hölter hat schon manche Lebensgeschichte wie die folgende gehört: Einer mit Anfang 20 war aufsässig, renitent, hat sich vielleicht in der Kirche engagiert oder sogar einen Ausreiseantrag gestellt und ist der Stasi aufgefallen. Er merkt dann, dass er beobachtet wird. Er kommt in Untersuchungshaft. Den Vorwurf, der ihm gemacht wird, kann er nicht verstehen. Er wird viele Stunden lang verhört. Er wird verurteilt. Er hat seit Wochen, seit Monaten seine Frau, seine Freundin, Familienmitglieder nicht mehr gesehen. Er hat nichts von ihnen gehört - nur von den Stasi-Leuten, dass sie in Schwierigkeiten sind. Oder dass sie nichts mehr von ihm wissen wollen. Er wird in der Zelle bespitzelt. Als politischer Häftling ist er in der Gefängnishierarchie so viel wert wie ein Kinderschänder. Er wird abgeschoben in den Westen, irgendwann in den siebziger Jahren. Er erlebt eine Zeit ohne Beschwerden. Dann belastet ihn irgendetwas. Dann kommen die Depressionen, die Schlaflosigkeit, die Erinnerungen an die demütigenden Verhöre. Er wird krank, verliert vielleicht sogar seinen Job. Er scheitert. (...)

 

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Frankfurter Rundschau
Die Stasi auf den Fersen
Beratungsstelle hilft Opfern des DDR-Geheimdienstes

03.02.1999

(...) Zehn Jahre nach ihrem Niedergang macht die DDR Hartmut Kühn immer noch fertig. Ein Fall für Stefan Trobisch. Der Psychologe redet von posttraumatischer Belastungsstörung, von Bewußtmachung und emotionaler Verarbeitung - und meint DDR-Opfer. Trobisch leitet mit seiner Kollegin Reinhild Hölter die psychologische Beratungsstelle "Gegenwind". Die Klientel: politisch Traumatisierte der DDR-Diktatur. (...) "Die Willkür hat den Menschen den Boden unter den Füßen weggeschlagen", sagt Stefan Trobisch. (...)
 

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Der Spiegel
Altlasten der Seele

21.06.1999

Neue Studien decken die Gesundheitsfolgen des SED-Terrors auf. Viele, die die Stasi einst drangsalierten, leiden noch heute unter Depressionen, Verfolgungswahn und Todesangst. Nur wenige Therapeuten sind bereit, sich der Opfer anzunehmen.
(...) Nur ein gutes Dutzend Berliner Psychiater und Psychotherapeuten haben Erfahrung mit den seelischen Verwüstungen, die die DDR hinterließ. Noch schlechter ist die Lage in den neuen Bundesländern, wo es oft gar keine Therapeuten gibt, die sich mit den Leiden der Stasi-Verfolgten befassen möchten. Deswegen führt Stefan Trobisch oft lange Telefongespräche quer durchs Land. Trobisch ist Psychologe und betreibt seit knapp einem Jahr in Berlin eine Beratungsstelle für Stasi-Opfer (...) "Wie ein hochempfindlicher Seismograph" reagiere sein Beratungszentrum auf die politische Lage in Ostdeutschland, erklärt Trobisch. "Vor jeder Wahl geht es unseren Patienten miserabel. Wir können den Andrang dann gar nicht bewältigen." Während eines jeden Mauerschützenprozesses verbringen viele Patienten wochenlang schlaflose Nächte: aus Angst vor der Erinnerung - und weil jeder Freispruch eines Täters, wie es Trobisch ausdrückt, "ihnen als ein Schlag ins Gesicht vorkommt". (...)

 

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Wer seinen Hafen nicht kennt,
für den ist jeder Wind der falsche.
Seneca